Tour 2

Wanderung auf der ehemaligen Heubergbahntrasse

Denkingen-Gosheim-Denkingen

Leichte Wanderung, die Bahnfreunde besonders faszinieren wird, weil sie zum Großteil auf der Trasse der ehemaligen Heubergbahn verläuft.

Länge: ca. 10 km

Gehzeit:
ca. 2,5 Std.

Karte: Topographische Karte der Landesvermessungsamtes, Maßstab 1:50 000, Blatt L 7918 Spaichingen

Wegskizze

Wegbeschreibung:
Start ist in Denkingen, am Wanderparkplatz Ortsausgang Richtung Klippeneck. Von dort folgen Sie dem Symbol „blaue Gabel“ und der Nummer 4 in Richtung Gosheim. Wenige Meter von der Kreisstraße entfernt passieren Sie auf dem ehemaligen Bahndamm zunächst den Gedenkstein für die stillgelegte Bahnstrecke. Ein leichter Anstieg führt Sie hinauf bis zu einer großen Weggabelung mit Brunnen. Hier können Sie bereits die Reste des ersten Viadukts sehen. Sie folgen den Symbolen weiterhin links bergauf zum zweiten, großen Viadukt. Der Wanderweg führt um das Viadukt herum, ein Stück bergab, bis zur nächsten Weggabelung. Hier befindet sich eine Feuerstelle. Sie können nun durch den Autunnel nach Gosheim weitergehen. In Gosheim besteht die Möglichkeit zum Einkehren.

Rückweg: Sie gehen den gleichen Weg zurück bis zur ersten Weggabelung mit dem Brunnen. Dort biegen Sie rechts ab, auf den Weg R12, der Sie unter dem Viadukt hindurch in den Ort Denkingen führt. Zum Abschluss der Wanderung können Sie auch hier einkehren, oder, wenn Sie noch nicht müde genug sind, den Obstbaumlehrpfad besichtigen.

Info:
Die 18 km lange ehemalige Heubergbahnstrecke zwischen Spaichingen und Reichenbach wurde 1928 eingeweiht. Sie sollte dazu dienen, den Heuberg an das bestehende Verkehrsnetz anzubinden und somit die Voraussetzung für eine industrielle Entwicklung der Region zu schaffen. Der erste Spatenstich erfolgte bereits 1913, der Erste Weltkrieg und seine Folgen verzögerten jedoch die Fertigstellung, so dass erst 1926 weitergebaut werden konnte. Der ursprüngliche Plan, die Strecke bis Nusplingen auszubauen, wurde nicht verwirklicht.

Beim Bau der Heubergtrasse ergaben sich enorme bautechnische Probleme. Die Heubergbahn musste den steilen Anstieg am Albtrauf und mehrere Taleinschnitte überwinden. Dies machte den Bau von drei Brücken – des Schweinebrunnenviadukts, der Setzebrücke und der 300m langen Wettbachbrücke, einer Betonbrücke mit eisernen Überbauten- sowie des Autunnels notwendig. Während der Bauarbeiten rutschte der Untergrund am Steilabfall der Alb ab, austretende Wassermassen schwemmten Dämme und Aufwerfungen weg so dass die Baumassnahmen sehr kostenintensiv wurden. Aufgrund der Bausumme von mehreren Millionen wird ein Teilstück der Strecke im Volksmund das „Millionenloch“ genannt. Zu Glanzzeiten der Bahn wurden im Jahr rund 127 000 Fahrkarten im Personenverkehr verkauft. 1966 jedoch wurde die in die romantische Landschaft eingebettete Heubergbahn wegen Unrentabilität stillgelegt. Ein Jahr darauf wurden bereits die Gleise abgebaut. Heute ist die Trasse ein gut ausgebauter Wanderweg mit herrlicher Aussicht über die Baar bis zum Schwarzwald. Ruhebänke am Wegesrand laden immer wieder zum Verweilen ein, und im Lauf der Jahre haben sich Tiere und zum Teil seltene Pflanzen den ehemaligen Bahndamm als Lebensraum zurückerobert. Von der ehemaligen Strecke sind auf dieser Wanderung noch zwei Viadukte, mehrere Pfeiler sowie der Autunnel zu sehen.

 

 

Ehemalige Trasse der Heubergbahn